4. Tag, 17.09.2023, Ephesus
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Unser vierter Tag begann mit einem
Reiseführerwechsel. Das erste Mal in 26 Jahren Reiseführererfahrung, wie er sagte, packte
unseren Leiter eine Heiserkeit, welche ihm das Erzählen von Geschichten und
Anekdoten nicht mehr möglich machte, weshalb uns fortan sein Bruder durch das
faszinierende Land führt.
Nach wenigen Kilometern Fahrt hatten
wir unsere erste Fahrerkontrolle durch die Polizei und wurden unterrichtet,
dass heute "kein bakschisch" für die Polizei mehr möglich sei (was früher gang und gäbe war).
Unser erster Halt war heute die
antike römisch-hellenistische Stadt Ephesus, genauer gesagt Ephesus 3, da die
Stadt insgesamt vier Mal an verschiedenen Orten gegründet wurde.
Die bei Selcuk, 75km südlich von Izmir gelegenen Ruinen der altgriechischen Stadt Ephesus gehören zu den größtenSehenswürdigkeiten der Türkei. Wie Milet lag Ephesos im Altertum unmittelbar am Meer und besaß einen bedeutenden Hafen,dem es im Wesentlichen seinen Reichtum verdankte. Dann schob der sedimentbeladene kleine Mäander der Antike,Kaystros, die Küstenlinie immer weiter zurück, während gleichzeitig die Meeres- strömung vor der Bucht einen Nährungswall aufbaute, der zu Versumpfung des Hinterlandeders führte.
Schon in römischer Zeit konnte nur ein zungenförmiges Hafenbecken freigehalten werden.
Ephesus verödete und wurde allmählich von Flussablagerungen zugedeckt. Was von dem Ruinen noch über den Boden
heraus ragte, wurde als Baumaterial verwenendet oder zu Löschkalk verbrannt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
begannen Ausgrabungen unter dem englischen Ingenieur Wood und unter Leitung des Österreichischen Archaeologischen Institutes wurden die Grabungen fortgesetzt und dauern an.
Den Besucher empfängt das unter Kaiser Nero Mitte des 1. Jahrhundert nach Christus erbaute Stadion, dessen südliche Zuschauerränge in den Hang hineingegraben waren. In der großen Ostkurve lag eine Arena, die in Ermangelung eines Zirkusses bei Gladiatoren- und Tierkämpfen benutzt wurde.
Von dort weiter nach Osten führt die Marmorstraße.
Am Ende der Marmorstraße, einer einst mit Statuen geschmückte Säulenarkadenstraße, erhebt sich die von österreichischen Archäologen wieder errichtete, zweigeschossige Schaufassade der Celsus-Bibliothek. Was man zu Beginn der Ausgrabungen eben für eine Bibliothek hielt, entpuppte sich im Laufe der Arbeiten als Mausoleum zu ehren Titus Julius Celsus, Statthalter der Provinz Asia, das sein Sohn zu Anfang des zweiten Jahrhunderts ihm zu Ehren errichten ließ.

Hier gabe es antike Latrinen, für die es sogar Vorsitzer zum wärmen gab.

Ein Mitarbeiter des Österreichischen
Archäologischen Instituts führte uns anschließend über unwegsames Gelände, bei dem sich
manch einer festeres Schuhwerk gewünscht hätte, zu der Paulusgrotte, welche auf
einem Berg oberhalb von Ephesus gelegen ist. Nach Besichtigung der Fresken -
und eines Skorpions - ging es an den Abstieg.
Unmittelbar neben der celsus-bibliothek befindet sich ein Markttor......

und gegenüber, von hier gesehen rechts der Bibliothek, beginnt mit einer Säulenhallenstraße die untere Agora.
Geht man diese entlang, kommt man zu dem
unter Kaiser Claudius 41 begonnene und unter Kaiser Trajan 117 vollendete großen Theater, das durch seinen guten Erhaltungszustand beeindruckt und in dem 25000 Zuschauer Platz fanden.. Hier hielt der Apostel Paulus seine Anklagerede gegen den Artemiskult. Von oben hatte man ausserdem eine wunderbare Aussicht bis zum Hafen.


Hinter dem Theater befindet sich die Marienkirche, welche aufgrund des eng getakteten Programms nur kurz besichtigt werden konnte.
Nach der Weiterfahrt zum Haus
Mariens machten wir einen kurzen Zweischenstopp bei der Johannesbasilika, wo
einige kurzerhand das ehemalige Baptisterium testeten und noch zur Burg
hinaufstiegen.
Angekommen am Haus Mariens, inmitten eines wunderschönen Gartens, feierten wir die Sonntagsmesse mit Professor Prokschi als Hauptzelebrant.
Nachdem wir von Maria "Schirm und Schild" erbeten hatten, besuchten wir das Haus Mariens
Auf der Rückfahrt zum Hotel machten
wir noch einen kurzen Abstecher zu dem Ort, wo die Legende der Siebenschläfer
stattgefunden haben soll.
Die Legende von den Sieben
Schläfern ist eine Heiligenlegende mit einer
Tradition im Christentum und im Islam. In ihr wird beschrieben, wie sieben junge Männer auf der Flucht vor einer
Glaubensverfolgung Schutz in einer Höhle suchten und dort, von Gott behütet, in
einen mehrere Jahrhunderte andauernden Schlaf verfielen.


Die Tour klang im Bus - bei einem Vortrag eines Kommilitonen - mit
authentischen türkischen Süßigkeiten und Raki aus.
Etwas müde von den vielen Eindrücken
freuen wir uns dennoch auf den morgigen Tag.
Liebe Grüße, euer Bloggerteam.
Anmerkung: Die grau unterlegten Stellen wurden dem Allianz-Reiseführer, Karl Baedeker GmbH., Ostfildern, 6. Auflage 2002 entnommen.
Ephesos - ist so beeindruckend - sicher ein Höhepunkt eurer Exkursion!!! Lg Gerhard
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