8. Tag, 21.09.2023, Kapadokien

Nach unserer ersten Übernachtung in Avanos – einer Kleinstadt am breiten Flussufer, die vor allem von der traditionellen Keramikherstellung bekannt ist – machen wir uns auf den Weg nach zur Felsensiedlung Göreme und der sie umgebenden Kulturlandschaft. Ein kurzes Intermezzo hindert die schnelle Abfahrt: Herr Prof. Feulner ist dafür berühmt, dass er niemals – aber wirklich NIE – etwas im Hotel vergisst. Zumindest nicht zweimal pro Tag. Heute war sein Handy dran. Nachdem der Bus umgedreht hat und unsere ganze Kompanie voller Stress wartete, kam es zum Happy End: das Gerät war die ganze Zeit in seiner Hosentasche. Der Ärger ist jedoch ausgeblieben – na ja, so ist der Heimvorteil der VIPs…

Während der Fahrt sieht man über den „Feenkaminen“, diesen spitzigen kegelförmigen Tuffhügelformationen, die Luftballons herumfliegen. Wir müssen uns mit deren Optik befriedigen, da das Aufsteigen dem übermäßigen Massentourismus entsprechend, richtig teuer geworden ist (über 200 EUR pro Person). 

                                       


Aber die Wanderung in dieser einzigartigen Felsenlandschaft ist schon per se ein unvergessliches Erlebnis, denn die einzigartige Geografie der Landschaft ist Ergebnis von hunderttausenden Jahren Erosion im weichen Tuff, und mehreren Jahrtausenden menschlicher Tätigkeit. Über die genaue Chronologie der Besiedlung lässt sich wenig Konkretes sagen. Wahrscheinlich sind hier schon in prähistorischen Zeiten die ersten Höhlensiedlungen entstanden. Das felsige Land bot dann auch den frühen Christen Refugium. Später entstanden Klosterkolonien und Kirchen, alles aus dem Stein herausgehöhlt.

                                                                                                                
                                                                         







 In der byzantinischen Zeit war Göreme Bischofsitz. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im 11. Jh. Aus dieser Zeit stammen die meisten erhaltenen Malereien in den Kirchen. Die typische Grundrissform der Kirchen ist das ins Quadrat eingeschriebene griechische Kreuz. 



                                                                 
Die allumfassende Malerei der Dunklen Kirche könnte man seitenlang loben. Alle Figuren der christlichen Ikonografie sind vertreten, fast lebensgroße Figuren in meistens braunen Tönen bedecken die Felsenwand, Engelflügel breiten sich sanft aus. Wenn man nur eines hervorheben könnte, wären das die feinen Farbabstufungen, besonders bei den bärtigen Gesichtern. 

                                



                                        Aber auch die zahlreichen weiteren Kirchen sind reich freskiert.  

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Den Nachmittag verbringen wir mit der Besichtigung weiterer Siedlungen in Göremes Nähe, die dieselben geografischen und siedlungstypologischen Merkmale aufweisen. In Çavuşin ist zum Beispiel die älteste erhaltene Kirche des Gegends, gewidmet Johannes dem Taufer, aus dem 5. Jh.







                              

Ganz in der Nähe für Kapadokien typische Formationen






Die vulkanische Landschaft Kappadokiens bietet nicht nur dem Auge Freude, sie beschenkt uns mit hochqualitativen Weinen, die man nach einer langen Wanderung am liebsten selbst prüfen möchte. Deshalb schließen wir unseren Tag beim auswärtigen Nachtmahl mit einer Weinverkostung, begleitet von Kebab-Platten zur Freude des Gaumens.

Allerdings muss dies durch einen ziemlichen Aufstieg verdient werden





Wenige Tage vor unserer Abreise gab es 2 runde Geburtstage: Prof. Rudolf Prokschi und einer Ihrer Blogger, Bernd Pfeiffer, was gebührend gefeiert wurde




So, jetzt rasch ins Bett. Morgen wird sicher wieder anstrengend. Gute Nacht.

Euer Bloggerteam



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